Martins WM-Tagebuch | Profis und Hobbyschwimmer Seit’ an Seit’

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Martins WM-Tagebuch | Profis und Hobbyschwimmer Seit’ an Seit’

Martin Tschepe | tri-mag.de

Was für ein Missgeschick am Tag vier der Winterschwimm-WM im Bleder See! Eben haben die schier endlosen Wettbewerbe über 25 Meter Brust begonnen, allein bei den Damen stehen 260 Namen auf der Wettkampfliste für diese Kurzstrecke. Die Damen in einem der ersten Läufe sind startbereit im Wasser. Alle warten auf das Kommando. Zwei der Frauen indes legen zu früh los – und sie lassen sich durch nichts und von niemandem aufhalten. Alles Rufen und Pfeifen hilft nichts. Das Duo zieht das einsame Rennen durch. Beim Anschlag wunderen sich die zwei Schwimmerinnen, dass sie allein sind. Die anderen Konkurrentinnen haben das Wasser längst schon wieder verlassen, sie befinden sich auf der Startbrücke, haben sich abgetrocknet und was angezogen. Das komplette Startprozedere wird wiederholt, und die beiden Frühstarterinnen dürfen (oder sollte man sagen müssen) nochmal rein ins Eiswasser. Sind ja nur 25 Meter.

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Überrundungen gehören dazu

Bei diesen Weltmeisterschaften in Slowenien schwimmen quasi-Profis wie mein WG-Zimmerkollege Christof „Wandi“ Wandratsch und Lokalmatador Luka Turk Seit’ an Seit’ mit Hobbyschwimmern, die im eiskalten Wasser nur ein bisschen Spaß suchen und finden. „Ist doch super“, sagt Wandi sinngemäß dazu. Bei welcher anderen Sportart kommen schon mehr als eintausend Aktive mit vollkommen unterschiedlichem Leistungsvermögen zusammen? Okay, beim Triathlon oder beim Marathon auch – aber beim Eisschwimmen im Pool kraulen sie tatsächlich permanent nebeneinander her. Die Topschwimmer überrunden die anderen halt mitunter mehrmals. Und wenig später im Ziel herzt man sich.

Zu den beeindruckendsten Leistungen an diesem Tag gehören die 25 Meter Brust von Tobi Wybierek (Serwus Burghausen) in 14,91 Sekunden und die 50 Meter Freistil von Turk in 25,01 Sekunden. Neue Weltmeister werden unter anderem die Leipzigerin Alisa Fatum (SSV Leutzsch Team Aqua Sphere), Julia Wittig (Serwus Burghausen), Sebastian Engel (SV Wiking Kiel), Peggy Henning (Serwus Burghausen), Birgit Bonauer (Serwus Burghausen) und natürlich Wandi (Keep Frozen Team Aqua Sphere). Die kompletten Ergebnisse finden Sie hier.

Ich bin an diesem Tag nur 50 Meter Freistil geschwommen und zu meiner Überraschung wieder auf dem Podium gelandet: Platz drei, Medaille Nummer vier. Wie cool.

Nur noch Kurzstrecken und Staffeln

Am Abend gehen wir zusammen mit dem ehemaligen slowenischen Nationalschwimmer Luka Turk slowenisch essen, irgendwo in einem Dorf in den Bergen. Unsere Sportler-WG mit dem grandiosen Seeblick ist übrigens immer noch zu einem Drittel verwaist. Morgen will Lars das freie Bett belegen. Lars Mack aus München, der eisschwimmende Polizist. Er komplettiert unsere Medaillensammlung, Lars hat auch schon eine paarmal auf dem Podium gestanden.

Am letzten Tag dieser WM, stehen nur noch die 25 Meter Freistil auf dem Programm und die Staffeln. Wandi hat zwei Staffeln gemeldet, 4 x 25 Meter Freistil und 4 x 25 Meter Brust – ich bin zweimal dabei. Ich und Brustschwimmen… das wird lustig. Konnte ich noch nie. Aber eine schnelle Bahn geht immer, sagt Wandi.

Wer weiß, vielleicht stellen wir nach den Wettbewerben, die um die Mittagszeit zu Ende gehen dürften, ja noch was an. Irgendwas mit Eisschwimmen. Der Lars und der Wandi und ich.

Source: Infos


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